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Multimedia-Musical „Coole Monkeys“ & Filmprojekt

In Nordrhein-Westfalen wurde die Initiative COOLE MONKEYS maßgeblich mitentwickelt und geprägt. Von hier aus gingen zentrale Impulse für die Verbindung von Medien- und Theaterpädagogik in der Auseinandersetzung mit Mobbing und Gewalt aus. Unterschiedliche Projekte wurden initiiert, erprobt und weiterentwickelt und bildeten die Grundlage für die spätere Ausweitung in weitere Landeskirchen.

Ansprechpartner*innen in Nordrhein-Westfalen

Spiel- und Theaterwerkstatt Villigst
Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte
Web: www.stw-villigst.de

Erich Schriever begleitete die westfälischen Vorhaben der Initiative in der Spiel- und Theaterwerkstatt Villigst.

Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen
Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte
Web: www.ev-jugend-westfalen.de

Im Amt für Jugendarbeit der EKvW war Elke Kaika Ansprechpartnerin für die Projektinitiative „Coole Monkeys“.

Gemeinsam begleiteten sie die Entwicklung, Durchführung und Verbreitung der Projekte in Nordrhein-Westfalen.

Multimedia-Musical „Coole Monkeys“

Ein zentrales Projektformat war das Multimedia-Musical „Coole Monkeys“, das gemeinsam mit rund 50 Jugendlichen in zwei Inszenierungen entwickelt und für die Bühne umgesetzt wurde.

Die Handlung spielte im schulischen Alltag und griff typische Konfliktsituationen auf: Auf dem Schulhof und innerhalb der Schule kam es zu Auseinandersetzungen zwischen einer Gang und verschiedenen Cliquen. Die Konflikte eskalierten zunehmend und spiegelten sich auch im Umfeld einer Schulband wider. Mobbing entwickelte sich zu massiven Angriffen, bis eine scheinbar ausweglose Situation entstand. Erst als andere eingriffen, wendete sich das Geschehen.

Die Inszenierung machte unterschiedliche Perspektiven und Dynamiken sichtbar. Dabei wurden insbesondere aufgegriffen:

  • Täter- und Opferperspektiven
  • Eskalationsprozesse von Mobbing
  • Möglichkeiten zur Deeskalation und Intervention

Die fiktive Handlung ermöglichte es den Beteiligten und dem Publikum, Parallelen zu eigenen Erfahrungen herzustellen und diese zu reflektieren.

Die Produktion verband verschiedene künstlerische Ausdrucksformen miteinander:

  • Hip-Hop-Songs als zentrales Gestaltungselement
  • Videoeinspielungen und mediale Elemente
  • authentische Dialoge aus der Lebenswelt Jugendlicher

Dadurch entstand eine dynamische und jugendnahe Inszenierung, die von den Zuschauer*innen sehr gut angenommen wurde.

Das Musical wurde als Inszenierungs-Set aufbereitet und konnte von anderen Gruppen eigenständig umgesetzt und weiterentwickelt werden, beispielsweise in:

  • Schultheatergruppen
  • Theater-AGs
  • Amateurtheatern
  • freien Theaterprojekten

Erfahrungen aus dem Projekt

Die Arbeit im Musicalprojekt zeigte deutliche Wirkungen auf die beteiligten Jugendlichen. In Rückmeldungen wurde besonders hervorgehoben, dass das Projekt neue Erfahrungen ermöglichte und persönliche Entwicklungen anstieß.

Jugendliche berichteten unter anderem:

  • dass sie andere besser kennenlernen und Vertrauen aufbauen konnten
  • dass sie ihre eigenen Grenzen und Möglichkeiten neu einschätzen lernten
  • dass sie gelernt hatten, ihre Meinung deutlicher zu vertreten
  • dass Teamarbeit und Zusammenhalt entscheidend für den Erfolg waren
  • dass sie gelernt hatten, mit Kritik umzugehen und daraus zu lernen
  • dass sie Stolz auf das gemeinsam Erreichte entwickelten
„Ich finde, dass man durch so ein Projekt andere Leute besser kennen lernen kann, besser wissen kann, was unsere Grenzen sind und wie weit man kommen kann, wenn man es wirklich will.“

— Katarzyna, 14 Jahre

„Sonst bin ich ja eher eine ruhige Person, aber in dem Projekt hab ich gelernt lauter zu sprechen und meine Meinung zu sagen.“

— Sabrina, 15 Jahre

„Dass wir so zusammenhalten und als Team funktionieren, finde ich richtig gut.“

— Elif, 13 Jahre

„Ich habe verstanden, dass, wenn man etwas wirklich gut kann, einem das Respekt schafft.“

— Angelo-Matiaz, 14 Jahre

„Ich bin stolz darauf, dass wir so etwas geschaffen haben. Das war der schönste Tag in meinem Leben.“

— Ayse, 14 Jahre

Kompetenznachweis Kultur (KNK)

Im Rahmen der Projektarbeit bestand die Möglichkeit, den Kompetenznachweis Kultur (KNK) zu erwerben. Dieser machte individuelle Stärken und Kompetenzen sichtbar, die sich während des Projekts entwickelt hatten.

Der Nachweis basierte auf:

  • der aktiven Teilnahme am Projekt
  • Reflexionsprozessen während der Projektphase
  • abschließenden Einzelinterviews

Die Ergebnisse wurden den Jugendlichen am Ende des Projekts in einer Feierstunde überreicht. Ein Großteil der Teilnehmenden nahm dieses Angebot wahr und erhielt ein entsprechendes Zertifikat.

Medienpädagogisches Filmprojekt

Ein weiteres zentrales Element der Initiative in Nordrhein-Westfalen war das medienpädagogische Filmprojekt „Coole Monkeys“, das als Material-DVD veröffentlicht wurde.

Im Rahmen dieses Projekts entstanden mehrere Kurzfilme, die von Jugendlichen selbst entwickelt und umgesetzt wurden. Die Beteiligten übernahmen dabei sowohl die Entwicklung der Geschichten als auch die schauspielerische Umsetzung.

Die Filme zeichneten sich aus durch:

  • lebensnahe und nachvollziehbare Handlungssituationen
  • authentische Figuren und Konflikte
  • klare Bezüge zur Lebenswelt von Jugendlichen

Sie wurden in Kooperation mit verschiedenen Schulformen realisiert:

  • Hauptschule
  • Gesamtschule
  • Berufskolleg

Die Filme dienten insbesondere als Einstieg in die Auseinandersetzung mit dem Thema Mobbing und Gewalt. Ein wesentliches gestalterisches Element bestand darin, dass die Handlung an entscheidenden Punkten bewusst abbrach. Dadurch wurden Zuschauer*innen angeregt, über mögliche Entwicklungen und Handlungsoptionen zu diskutieren.

Ergänzend wurde ein didaktisches Konzept bereitgestellt, das die Nutzung der Filme in pädagogischen Kontexten unterstützte. Es bot:

  • konkrete Vorschläge für Unterrichtseinheiten
  • methodische Anregungen für Workshops
  • Impulse für die Weiterarbeit im Bereich Gewaltprävention

Auszeichnungen

Für die Idee und Umsetzung der Projekte wurde die Initiative mehrfach ausgezeichnet. Dazu gehörten unter anderem:

  • der Jugendkulturpreis Nordrhein-Westfalen (2006)
  • eine Auszeichnung durch das Bündnis für Demokratie und Toleranz in Berlin

Diese Anerkennungen unterstrichen die Bedeutung der Initiative für die kulturelle und präventive Arbeit mit Jugendlichen.