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Krasse Klasse

„Krasse Klasse“ war ein Musical-Projekt im Rahmen von COOLE MONKEYS Bayern. Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Wirtschaftsschule Bad Windsheim entwickelten in Kooperation mit der Evangelischen Jugend Bad Windsheim ein Musical gegen Mobbing im Schulalltag. Ausgangspunkt waren selbst erlebte, beobachtete oder aus dem Gruppenaustausch bekannte Mobbingsituationen, die gemeinsam künstlerisch bearbeitet und auf die Bühne gebracht wurden.

Ansprechpartner*innen in Bayern

Veranstaltet wurde das Projekt von der Evangelischen Jugend in Bayern bzw. dem Amt für evangelische Jugendarbeit in Bayern.

Evangelische Jugend in Bayern
Postanschrift:
Sperberstraße 70
90461 Nürnberg
Web: https://www.ejb.de

Die Projektleitung übernahm Uli Geißler, Diakon sowie Spiel- und Kulturpädagoge. Zum Zeitpunkt der Durchführung war er Referent für die Arbeit mit Kindern sowie für Kinder- und Jugendkulturarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern im Amt für Jugendarbeit.

Ausgangssituation

Das Projekt entstand vor dem Hintergrund, dass Jugendliche im Alltag immer wieder Situationen erlebten, die von Gewalt, Erniedrigung und Ausgrenzung geprägt waren. Dabei zeigte sich, dass Gewalt nicht nur körperlich auftrat, sondern oft in subtileren und schwerer greifbaren Formen wirksam wurde. Mobbing gehörte längst nicht mehr nur in die Erwachsenenwelt, sondern war zu einem belastenden Bestandteil schulischer Lebenswirklichkeit geworden.

Die Jugendlichen waren mit sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen konfrontiert, darunter:

  • Schikanen und gezielte Bloßstellung
  • Demütigungen und Ausgrenzung
  • Erpressung und Bedrohung
  • psychische und körperliche Gewalt

Diese Erfahrungen machten deutlich, wie wichtig es war, sich mit dem Thema offensiv, sensibel und gemeinsam auseinanderzusetzen.

Die Idee

Das Projekt „Coole Monkeys Bayern – Musical gegen Mobbing im Schulalltag“ griff diese Problematik auf und setzte auf einen kreativen Zugang. Die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen wurde beobachtet, analysiert und gemeinsam bearbeitet. Dabei wurde nach Wegen gesucht, wie sowohl Betroffene als auch Täter*innen aus dem „Teufelskreis“ von Mobbing und Gewalt aussteigen konnten.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgte nicht abstrakt, sondern spielerisch, gestalterisch und künstlerisch. Aus den Erfahrungen, Ideen und Diskussionen der Jugendlichen entwickelte sich Schritt für Schritt ein Musical, das die Problematik sichtbar machte und neue Denkräume eröffnete.

Das Musical

Eine Gruppe Jugendlicher der Staatlichen Wirtschaftsschule Bad Windsheim setzte das Projekt als Kooperation zwischen der Schule und der Evangelischen Jugend Bad Windsheim um. Bereits zu Beginn einigten sich die Schülerinnen und Schüler auf den Titel „Krasse Klasse“.

Die thematische und kulturelle Begleitung übernahmen Lehrkräfte der Staatlichen Wirtschaftsschule sowie hauptberufliche Mitarbeitende der Evangelischen Jugend. Die Jugendlichen brachten eigene Erfahrungen ein, diskutierten ihre Sichtweisen und entwickelten daraus gemeinsam die Handlung.

Das Musical wurde von den Jugendlichen selbst gestaltet. Es war:

  • inhaltlich gemeinsam entwickelt
  • textlich selbst erarbeitet
  • musikalisch selbst komponiert
  • aus der Lebenswelt der Beteiligten heraus geschrieben

Eine besondere Projektidee bestand darin, das Musical zunächst ohne Endsequenz vor der gesamten Schule einschließlich des Lehrkörpers zu präsentieren. Diese Aufführung bildete den Auftakt für eine erweiterte Beteiligung innerhalb der Schulgemeinschaft. In den folgenden Wochen arbeiteten auch Schülerinnen und Schüler, die nicht zur eigentlichen Musical-Gruppe gehörten, am Thema weiter und entwickelten eigene Vorschläge für einen angemessenen Schluss.

Der besondere Höhepunkt des Projekts war die gemeinsame Premiere kurz vor dem Schuljahresende. Dort wurde der bis dahin unbekannte Schluss des Musicals erstmals öffentlich aufgeführt. Für alle Beteiligten bedeutete dies eine besondere Herausforderung und zugleich einen eindrucksvollen kulturellen Höhepunkt.

Die Mitwirkenden

Mitwirken konnten Jugendliche, die Interesse am Theaterspielen hatten, gern musikalisch arbeiteten oder sich für technische Aufgaben begeisterten. Entscheidend war nicht eine besondere künstlerische Vorbildung, sondern die Bereitschaft, sich freiwillig auf das Thema einzulassen und über einen längeren Zeitraum verbindlich in der Gruppe mitzuarbeiten.

Wichtig waren insbesondere:

  • Interesse an der Auseinandersetzung mit dem Thema Mobbing
  • Bereitschaft, eigene Ideen einzubringen
  • Offenheit, gemeinsam mit anderen kreativ zu arbeiten
  • Verbindlichkeit über die gesamte Projektphase hinweg
  • Engagement auch in der außerschulischen Freizeit

Lehrkräfte konnten das Projekt zusätzlich beratend begleiten und unterstützten die Jugendlichen in ihrer Arbeit.

Akteurinnen und Akteure vor Ort

Christian Hanf (Diakon und Dekanatsjugendreferent) in Kooperation mit Lehrkräften der Staatlichen Wirtschaftsschule Bad Windsheim, insbesondere Frau Wild und Frau Küchle-Widulle.

Ziele des Projekts

Mit dem Projekt wurden pädagogische, kulturelle und soziale Zielsetzungen verbunden. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Jugendliche sich mit Mobbing im Schulalltag auseinandersetzen, Strukturen erkennen und eigene Ausdrucksformen dafür entwickeln konnten.

Das Projekt verfolgte insbesondere folgende Ziele:

  • Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Wirtschaftsschule setzten sich mit Mobbing im Schulalltag auseinander
  • Mobbing begünstigende Strukturen wurden sichtbar gemacht und öffentlich thematisiert
  • ein sensibler und zugleich offensiver Umgang mit dem Thema wurde gefördert
  • Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und Eltern wurden über unterschiedliche Formen physischer und psychischer Gewalt informiert
  • Jugendliche erhielten Raum für Kreativität, Fantasie und eigene Visionen
  • Selbstwertgefühl, Eigenständigkeit sowie soziale und kulturelle Kompetenz wurden gestärkt
  • die kulturelle Kompetenz der Beteiligten wurde sichtbar gemacht
  • nachhaltige Impulse für die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema wurden gesetzt

Zielgruppen

Das Projekt richtete sich nicht nur an die unmittelbar mitwirkenden Jugendlichen, sondern sprach auch darüber hinaus unterschiedliche Gruppen an.

Dazu gehörten:

  • Jugendliche der Staatlichen Wirtschaftsschule Bad Windsheim
  • Eltern, Freund*innen und Angehörige
  • Lehrkräfte, Pädagog*innen und Mitarbeitende aus Kinder- und Jugendeinrichtungen
  • kommunale Entscheidungsträger*innen
  • die örtliche Öffentlichkeit - Medien und Presse

Öffentlichkeit und Resonanz

Das Projekt wurde von einer breit angelegten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Neben der persönlichen Ansprache durch Lehrkräfte und hauptberufliche Mitarbeitende kamen ergänzend Handzettel, Plakate und Veröffentlichungen in den Medien zum Einsatz. Dadurch wurde das Thema nicht nur innerhalb der Schule, sondern auch in der Kommune sichtbar gemacht.

Die Öffentlichkeitsarbeit trug dazu bei:

- Aufmerksamkeit für das Thema Mobbing zu schaffen - die Veranstaltungen öffentlich wahrnehmbar zu machen - dem Engagement der Jugendlichen Wertschätzung zu verleihen - das Projekt als Beispiel gelingender kultureller Jugendarbeit bekannt zu machen

Darüber hinaus entstand eine dokumentierende und zugleich anregende Materialsammlung über die Entstehung und Entwicklung des Projekts. Diese umfasste unter anderem:

- Filmsequenzen - Musik und Lieder - Texte - Spiele und methodische Anregungen - Impulse für die pädagogische Weiterarbeit - Hinweise zum Umgang mit Mobbingsituationen - Adressen von Hilfsangeboten

Das Kooperationsprojekt „Krasse Klasse – Musical gegen Mobbing im Schulalltag“ wurde außerdem in einem zweiseitigen Beitrag in dem Buch „So macht Jugendarbeit Schule – Wie Gemeinden in Schulen aktiv werden“ aus dem Born-Verlag vorgestellt.

Hinweis zur Material-DVD: Die DVD mit den Materialien sowie der Aufzeichnung der Premiere war später vergriffen, konnte jedoch zur Anschauung ausgeliehen werden.

Leihmöglichkeit:
https://medienzentralen.de/medium33464/krasse-klasse-Jugendmusical-zum-Thema-Mobbing-im-Schulalltag

Förderung

Gefördert wurde das Projekt durch Die Gesellschafter und die Aktion Mensch.