War doch nur Spaß
„War doch nur Spaß – Mobbing im Schulalltag“ war ein medienpädagogisches Filmprojekt im Rahmen der Initiative COOLE MONKEYS. Es wurde im Juni 2009 in Kooperation zwischen dem Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend (bka) und der GHWRS Waldschule Neuweiler umgesetzt und stellte das erste Coole-Monkeys-Projekt in Baden-Württemberg dar.
Ausgangssituation
Das Projekt entstand vor dem Hintergrund, dass Mobbing im Schulalltag häufig verharmlost oder als „Spaß“ dargestellt wurde. Viele Formen von Ausgrenzung, Erniedrigung und psychischer Gewalt blieben dadurch unerkannt oder wurden nicht ernst genommen.
Für die beteiligten Jugendlichen stellte sich die Frage, wie alltägliche Grenzüberschreitungen sichtbar gemacht und reflektiert werden konnten. Dabei wurde deutlich, dass Mobbing häufig schleichend beginnt und sich aus scheinbar harmlosen Situationen entwickelt.
Die Idee
Das Projekt griff die Perspektive von Jugendlichen auf und setzte darauf, das Thema Mobbing aus ihrer eigenen Lebenswelt heraus filmisch zu bearbeiten. Ziel war es, typische Situationen sichtbar zu machen und eine Grundlage für Diskussion, Reflexion und pädagogische Weiterarbeit zu schaffen.
Durch die aktive Beteiligung der Jugendlichen entstand ein Film, der nicht nur Probleme darstellte, sondern auch Denkanstöße für einen bewussteren Umgang miteinander bot.
Das Filmprojekt
Im Rahmen des Projekts entwickelten Schülerinnen und Schüler der GHWRS Waldschule Neuweiler gemeinsam einen etwa 20-minütigen Film. Die Jugendlichen waren dabei aktiv an allen Phasen beteiligt und gestalteten den Film aus ihrer eigenen Perspektive heraus.
Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Filmteam der Spiel- und Theaterwerkstatt Villigst umgesetzt, das die inhaltliche und medienpädagogische Arbeit unterstützte.
Der Film setzte sich mit typischen Situationen aus dem Schulalltag auseinander und machte sichtbar:
wie Mobbing entsteht wie sich Konflikte zuspitzen welche Rollen unterschiedliche Beteiligte einnehmen welche Auswirkungen Mobbing auf Betroffene haben kann
Durch die filmische Umsetzung entstand ein authentischer Zugang zum Thema, der sich besonders gut für die Arbeit mit Schulklassen eignete.
Pädagogischer Ansatz
Das Projekt verband medienpädagogische Praxis mit inhaltlicher Auseinandersetzung. Die Jugendlichen arbeiteten nicht nur kreativ, sondern reflektierten gleichzeitig ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen.
Im Mittelpunkt standen dabei:
die aktive Beteiligung der Jugendlichen an allen Produktionsschritten die Auseinandersetzung mit eigenen und beobachteten Erfahrungen die Entwicklung von Perspektivwechseln die Förderung von Empathie und Verantwortungsbewusstsein
Der entstandene Film wurde bewusst so angelegt, dass er als Ausgangspunkt für Gespräche, Workshops und Unterrichtseinheiten genutzt werden konnte.
Ergebnisse und Nutzung
Der entstandene Film wurde Schulklassen und anderen Interessierten zur Verfügung gestellt und konnte für die weitere Bearbeitung des Themas „Mobbing im Schulalltag“ eingesetzt werden.
Er eignete sich insbesondere für:
den Einsatz im Unterricht die Arbeit in Projekttagen und Workshops die Diskussion in Gruppen die Sensibilisierung für Mobbingdynamiken
Der Film konnte über die Geschäftsstelle des Bundesverbandes Kulturarbeit in der evangelischen Jugend (bka) in Berlin bezogen werden.
Kompetenznachweis Kultur (KNK)
Die beteiligten Schülerinnen und Schüler erhielten im Rahmen des Projekts den Kompetenznachweis Kultur (KNK). Dieser machte individuelle Fähigkeiten und Kompetenzen sichtbar, die sich im Verlauf der Projektarbeit entwickelt hatten.
Die Verleihung fand in einer Feierstunde im Landtag von Baden-Württemberg statt und würdigte das Engagement der Jugendlichen in besonderer Weise.
Kooperation und Beteiligte
Projektpartner
- Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend (bka)
- GHWRS Waldschule Neuweiler
- Spiel- und Theaterwerkstatt Villigst (Filmteam)
Die Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendarbeit und medienpädagogischer Praxis bildete die Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts.
Einordnung im Gesamtprojekt
„War doch nur Spaß – Mobbing im Schulalltag“ war das erste Projekt der Initiative COOLE MONKEYS in Baden-Württemberg und stellte damit einen wichtigen Schritt in der bundesweiten Ausweitung des Projekts dar.
Es zeigte exemplarisch, wie medienpädagogische Projekte dazu beitragen konnten, Jugendliche aktiv in die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen einzubeziehen und ihnen eine eigene Stimme zu geben.
